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Folge 15 - Andreas Fischer-Appelt

Content Marketing, künstliche Intelligenz und Martin Luther: Andreas Fischer-Appelt (Fischer-Appelt) im Gespräch mit Kontora Geschäftsführer Patrick Maurenbrecher.

Das Cover der Podcastfolge mit Andreas Fischer Appelt

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Die Themen dieses Podcasts mit Andreas Fischer-Appelt:

  • Erste Gehversuche mit einer Schülerzeitung (00:04:09)
  • Warum kreative Arbeit kreative Räume braucht (00:10:33)
  • Über die Zusammenarbeit mit dem Bruder (00:12:50)
  • Unzufriedenheit als Antrieb für Veränderung (00:20:28)
  • Wie Fischer-Appelt international arbeitet (00:29:24)
  • Künstliche Intelligenz in der Agenturarbeit (00:32:40)
  • Was Social Media mit Renaissance-Kunst verbindet (00:43:33)
  • Drei Schlussfragen (00:45:14)

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Andreas Fischer-Appelt | Folge 15 | Kontora Insights Podcast

„Es gibt nichts Schöneres im Leben, als das, was man sich selbst aufgebaut hat“, sagt Andreas Fischer-Appelt. Und aufgebaut hat der Co-Gründer der Content-Marketing- und PR-Agentur Fischer-Appelt eine ganze Menge. Da ist zunächst einmal die Agenturgruppe („Wir wollen eine Agentur sein, die in allen Marketing-Feldern Lösungen anbietet“). Mit neun Agenturen unter einem Dach und zehn nationalen und internationalen Standorten gehört diese zu den großen unter den inhabergeführten Anbietern. Aber da ist auch ein wachsendes Immobiliengeschäft, das Fischer-Appelt als zweites unternehmerisches Standbein betreibt. Und eine Familie mit vier Kindern.

Im Gespräch mit Kontora Geschäftsführer Patrick Maurenbrecher berichtet Fischer-Appelt von ersten unternehmerischen Aktivitäten als Schüler, den Höhen und Tiefen des Agenturlebens und Themen, mit denen er sich aktuell beschäftigt – wie beispielsweise Chancen, die der Einsatz von künstlicher Intelligenz mit sich bringt. „Meine Mutter hat uns Kindern mitgegeben, dass Kultur und Bildung alles und Geld weniger wichtig sei“, erinnert sich Fischer-Appelt. „Mir persönlich hat aber das Geld verdienen besonders viel Spaß gemacht.“ Also habe er sich zu Flohmärkten fahren lassen, wo er mit Münzen und Briefmarken handelte.

"Es gibt nichts Schöneres im Leben, als das, was man sich selbst aufgebaut hat."

Andreas Fischer-Appelt

fischerAppelt

Schülerzeitung als Sprungbrett

Als Schüler beobachtet er die Aktivitäten seines Bruders Bernhard, der in Quickborn bei Hamburg Mitherausgeber einer Schülerzeitung ist – und erkennt Potenzial. „Die haben für eine Anzeige 250 Mark gekriegt. Da dachte ich, wow, das ist ein Geschäftsmodell!“ Fischer-Appelt übernimmt den Vertrieb, bringt die Publikation an weitere Schulen und lernt, worauf es beim Aufbau von Kundenbeziehungen ankommt. Im wirtschaftlich erfolgreichsten Jahr habe man einen Umsatz von bis zu 100.000 D-Mark erzielt, so Fischer-Appelt. Und damit das Startkapital gesammelt, um mit der eigenen Agentur durchzustarten. 1986 war es soweit. Und diesmal habe sein Bruder das richtige Näschen für Chancen gehabt.

Dieser habe sich für Computer interessiert und die Zeichen der Zeit erkannt: Die Verlags- und Agenturbranche produzierte damals fast ausschließlich analog. Eine digitale technische Ausstattung stellte ein echtes Unterscheidungsmerkmal dar. Folgerichtig sei das erste Investment des gemeinsamen Unternehmens in einen Apple Macintosh geflossen. „20.000 Mark hat uns das gekostet.“ Erste Kunden kamen an Bord, viele weitere folgten. Und noch heute, fast 40 Jahre später, arbeiten die Brüder Seite an Seite als Geschäftsführer. Was ist das Erfolgsrezept für die langjährig erfolgreiche Zusammenarbeit? Zwar habe es immer mal wieder gekracht, so Fischer-Appelt im Podcast, aber man ergänze sich gut.

„Bernhard bringt immer wieder neue Ideen ins Unternehmen. Ich kümmere mich eher um New Business und Immobilien.“ Man könne sich aufeinander verlassen, in guten wie in schlechten Zeiten. Einmal, nach sieben Jahren am Markt, sei ein Großkunde in wirtschaftliche Schieflage geraten, was den Umsatz um 70 Prozent einbrechen ließ. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man sich immer wieder selbst in Frage stellen muss“, sagt Fischer-Appelt. „Das unzufrieden sein, das neu entwickeln, ist ein Erfolgsrezept.“ Es sei zwar anstrengend, die Menschen stets aufs Neue mit dem Change zu konfrontieren. Aber dennoch unverzichtbar für nachhaltigen Erfolg.

"Die haben für eine Anzeige 250 Mark gekriegt. Da dachte ich, wow, das ist ein Geschäftsmodell!"

Andreas Fischer-Appelt
Fischer-Appelt

Auto-TV sucht Abnehmer

Und man müsse den Mut haben, Chancen zu nutzen, die sich bieten. So wie damals, als die Fusion von Mercedes-Benz mit dem US-amerikanischen Unternehmen Chrysler aufgelöst wurde und in der Folge eine komplette Filmproduktion zum Verkauf stand. Diese diente ursprünglich dem Zweck, bei der Integration beider Autobauer zu helfen. Jetzt wurde sie nicht länger gebraucht. Fischer-Appelt war interessiert, stieß aber zunächst auf Skepsis. „Branchenkollegen kamen auf uns zu und fragten: Wozu braucht ihr eine Filmproduktion mit 120 Leuten? Das hat damals keiner verstanden.“ Heute ist Bewegtbild Bestandteil jeder ambitionierten Content-Strategie – und die ehemalige Konzerntochter ein wertvolles Asset.

Zukäufe würden auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen, so der Unternehmer: „Bei 700 Mitarbeitern fällt das Wachstum aus eigener Kraft schwer, da muss man auch mal zukaufen.“ Dabei sei es durchaus vorstellbar, dass sich die Agenturgruppe auch vermehrt im Ausland verstärkt. Eine zunehmend heterogene Unternehmenskultur wird dabei bewusst in Kauf genommen. Erworbene Unternehmen bringen ihre eigene DNA mit, das sei normal. „Ich glaube nicht an eine Kultur, die komplett „gestreamlined“ ist“, sagt Fischer-Appelt. Versuche von Konzernen, dies zu erreichen, sehe er als nicht nachahmenswert. „Wir können mit unterschiedlichen Kulturen gut leben.“

"Social Media ist noch zahm dagegen, was Luther so gesagt hat."

Andreas Fischer-Appelt

Fischer-Appelt

Kunst ohne Pinsel

Zu den wichtigsten aktuellen Trends zählt Fischer-Appelt die künstliche Intelligenz. Er sieht diese aber nicht etwa als Ersatz für seine Mitarbeitenden, sondern als unterstützendes Element: „Künstliche Intelligenz gibt uns echte Hilfen an die Hand.“ So seien Systeme wie Chat GPT bei der Erstellung von Texten längst im Praxiseinsatz. Es müsse zwar noch redigiert und eine individuelle Note ergänzt werden, aber grundsätzlich könne man mit der Qualität gut leben. Auch in der Kreation werde bereits mit KI experimentiert. So hat die Werbeagentur Philipp und Keuntje eine „Homeless Gallery“ gestartet, in der Wohnungslose mit künstlicher Intelligenz Bilder erstellen, die für einen guten Zweck versteigert werden.

Auch privat interessiert sich Fischer-Appelt für Kunst. Insbesondere reizt ihn die Renaissance. Warum? Das 15. und 16. Jahrhundert sei, ebenso wie unsere Zeit, von großen Umbrüchen geprägt gewesen. So komme die Erfindung des Buchdrucks einer kommunikativen Revolution gleich – die sich in Schriften ebenso wie in der bildenden Kunst nachvollziehen lässt. Dabei interessieren ihn die Bilder von Lucas Cranach, aber auch die Texte Martin Luthers. Wobei die damals verwendete Sprache mitunter ebenso drastisch sei, wie die heute gebräuchliche. „Social Media ist noch zahm dagegen, was Luther so gesagt hat.“

Das Cover der Podcastfolge mit Andreas Fischer Appelt

Kontora Insights

Weitere Themen dieser Folge von Kontora Insights: Andreas Fischer-Appelt erzählt, worauf er bei der Standortwahl achtet, welche Werte er seinen Kindern vermitteln will und warum es bei guter Beratung vor allem auf das Zuhören ankommt. Gleich reinhören!

 

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